Der Fremde

Theater

Premiere 14.1.2016

Theater Basel, Kleine Bühne

Konzept, Regie, Text (nach Camus) Patrick Gusset Bühne Chasper Bertschinger Kostüme Svenja Gassen Video Jonathan Hug Licht Voegelin Heid Dramaturgie Fiona Schreier Assistenz Delia Keller

 

«Es ging immer darum zu wissen, ob das Leben, um gelebt zu werden, einen Sinn haben muss. Aber hier, heute, jetzt wird das Leben um so besser, je weniger sinnvoll es ist.»

Das Absurde war für Camus ein zentrales Motiv, es zeigt sich zwischen Mensch und Welt, es offenbart die absolute Sinnlosigkeit des Lebens; das macht den Menschen frei, so Camus. Die Konsequenz daraus ist eine absolute Gleichgültigkeit, alles hat gleiche Gültigkeit, deshalb hat der Tod einer Mutter den selben Wert wie das zubereiten von Spiegeleiern. Dieses philosophische Konzept scheint aus heutiger Perspektive absurd. Anlass genug sich diesem Konzept mit einer Truppe ebenso junger Menschen wie Camus zur Entstehungszeit des Romans einer war anzunehmen; im Theater, am Ort, an welchem gemäss Camus durch das ständige auf- und ableben von Figuren nirgends sonst sich die Absurdität des Lebens, das unwiderruflich Vergängliche treffender zutage tritt.

Was ist der Fremde von damals, der sich der Welt gegenüber sah heute; in einer Welt von Welten, bzw. Möglichkeiten von Welt(en)?

 

Sartre:

„Der absurde Mensch will leben, ohne auf irgendeine seiner Gewissheiten zu verzichten, er will leben ohne Morgen, ohne Hoffnung, ohne Illusion, aber auch ohne Resignation. Der absurde Mensch bestätigt sich in der Revolte. Er sieht dem Tod mit leidenschaftlicher Aufmerksamkeit ins Gesicht, und dieser gebannte Blick macht ihn frei: er kennt die ‚göttliche Unverantwortlichkeit‘ des zum Tode Verurteilten. Alles ist erlaubt, da es keinen Gott gibt und da man sterben muss. Alle Erfahrungen sind gleichwertig; es geht nur darum so viele wie möglich zu sammeln ‚Das Gegenwärtige und die Abfolge von Gegenwärtigkeiten von einer unaufhörlich bewussten Seele sind das Ideal des absurden Menschen‘ Alle Werte stürzen vor dieser ‚Ethik der Quantität‘ zusammen; der absurde Mensch ist in diese Welt geworfen, er lebt in der Revolte, er trägt keine Verantwortung und braucht somit ‚nichts zu rechtfertigen‘. Er ist […] für ihn ist alles erlaubt“